Mann über Bord #7: Warum Männer Grenzen brauchen

Shownotes

Was passiert in einer Familie, wenn am Sonntagmorgen das Handy aufleuchtet, der Chef anruft und der Vater sofort aufsteht?

Markus Coenen und Torsten Nassall sprechen über Arbeit, Familie, Grenzen, Verfügbarkeit und den Moment, in dem ein Mann scheinbar dem Chef gehorcht, obwohl er eigentlich bei seiner Familie sitzen wollte.

Es geht um Prioritäten, emotionale Autonomie und die Frage, was Kinder lernen, wenn Arbeit immer sofort wichtiger wirkt als der gemeinsame Tisch.

In dieser Folge:

  • warum das Handy am Frühstückstisch mehr erzählt als ein Anruf
  • was Kinder aus solchen Momenten über Wichtigkeit lernen
  • warum Männer sich oft selbst übergehen, statt Grenzen zu setzen
  • wie ein klares Nein zur Arbeit Beziehung schützen kann
  • warum Transparenz besser ist als stiller Ärger

Mann über Bord ist ein Podcast mit Markus Coenen und Torsten Nassall über Männer, Rollen, Beziehungen, Familie und die kleinen Momente, in denen jemand innerlich über Bord geht.

Markus Coenen: https://markus-coenen.de/

Torsten Nassall: https://torsten-nassall.de/

Mit anderen Worten ist ein Podcast über Worte, Menschen und das Leben. Markus Coenen spricht mit Marion Haupt, Carsten Banse und Torsten Nassall. Je nach Reihe gelten andere Spielregeln. Die Haltung bleibt: neugierig fragen, genau zuhören und Gedanken auch einmal stehen lassen.

Drei Reihen, ein gemeinsamer Podcast. Dialoge über Gedanken und Erkenntnisse. Und alles das, was dazwischen liegt.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:02: Man über Bord.

00:00:03: Eine Frage etwa eine Viertelstunde, heute bei mir Torsten Nassal, Männercoach aus Berlin.

00:00:09: Er begleitet Männer dorthin wo sie nicht hin wollen aber vielleicht hin müssen.

00:00:13: Schatten, Dunkelheit, Keller und ja er war selber da und deswegen kann er diese Menschen begleiten.

00:00:19: Ich bin Markus Köhnen und stelle hier die Fragen Und Thorsten wird die Frage von Heute gleich das erste Mal hören.

00:00:24: Genau wie du Kann sein dass das Wasser gleich zwischendurch mal kalt wird indem wir so schwimmen.

00:00:32: Ich freue mich, wenn du trotzdem mit rein sprichst.

00:00:34: Wir freuen uns, wenn ihr trotzdem mit reinsprichst und ein bisschen dabei bist.

00:00:38: Leinen los!

00:00:46: Es ist Sonntag, elf Uhr Frühstückstisch.

00:00:51: Brötchen leckerer Kaffee.

00:00:53: Wichtig das ich lecker sage?

00:00:55: Die Kinder erzählen durcheinander... ...und dann leuchtet das Handy des Manns.

00:01:01: Da steht Chef auf dem Display.

00:01:04: Der Mann zögert etwa eine halbe Sekunde.

00:01:07: Dann steht er auf und sagt Ey da muss ich rangehen.

00:01:11: Ich gehe kurz ran und gehe auf die Terrasse.

00:01:14: Aus nur ganz kurz werden etwa thirty-fünf Minuten, als er zurückkommt.

00:01:18: Kaffee ist kalt Die Kinder sind unterwegs und vom Tisch längst aufgeschrieben Und seine Laune und Überraschung liegt der Frau im Keller.

00:01:28: fragt man diesen Mann jetzt abends was da los ist wird er sicherlich sagen ich ärgere mich so krass über meinen Chef.

00:01:37: warum ruft der idiot sonntags an?

00:01:40: Die frau hat eine andere Idee Thorsten, schön dass du da bist.

00:01:44: Über wen ärgert sich der Mann vielleicht tatsächlich?

00:01:47: Sogestieffrage

00:01:51: Dass die Kinder nicht am Tisch gesitzen geblieben sind.

00:01:54: Könnte sein!

00:01:55: Dass die Frau den Kaffee nicht warmgehalten hat.

00:01:57: Respektlos Ja stimmt

00:02:02: Das ja ein Telefon-Germ ist das das Handy auf dem Tisch schlagt beim Frühstück Dass er die Arbeit des Projekts was man auch gerade immer sitzt irgendwie priorisiert hat gegenüber der Familienfrühstück.

00:02:16: Dass es mal Momente gibt im Leben, wo Projekte Arbeit einen Vordergrund haben oder noch einmal eine andere Prävisierung haben, möchte ich damit gar nicht abwerten, so aber dass das dann wie eine Transparenz hat und ein Moment könnte sein.

00:02:30: was hat das Handy auf dem Tisch zu suchen am Sonntag wenn wir einfach als Familie mit Brötchen und leckerem Kaffee zusammenkommen?

00:02:40: Was lernt das Kind über seinen Vater an der Stelle?

00:02:45: Gerne den Satz, ich bin nicht wichtig.

00:02:47: Die Arbeit, das Projekt der Chef meines Vaters ist wichtig und wenn mein Vater dem eine höhere Priorisierung einräumt, dann bin da nicht so wichtig weil ich habe ja gerade von irgendwelchen Sachen erzählt vom Tanzen, vom Fußball, wenn ich schlecht gestern auf irgendeinem Tanzveranstaltung war oder bei einem Fußballspiel.

00:03:10: Das war jetzt der Moment, wo ich dir als Kind das erzählen möchte und dann ist das fucking Handy da.

00:03:17: Für was?

00:03:18: Okay meine Geschichte also mich als Kind mit meinem Leben bin nicht wichtig sondern ich bin irgendwo dahinten.

00:03:27: Was lernt der Chef über den Mann?

00:03:30: Der ist immer available, er ist immer verfügbar.

00:03:32: Er ist klein zu los.

00:03:36: Wie hat das heute jemand nur so schön gesagt Ich bin Produkt Und ich benutze mich selber gerne genommen für Männer, wenn wir uns über die Arbeit zu sehr identifizieren.

00:03:49: Dass Arbeit ein Teil meines Lebens ist, das steht irgendwie so aus der Frage aber es ist ja nur ein Teil eines Lebens.

00:03:58: ich bin ja nicht der Banker, ich bin auch nicht der Arzt und nicht der Rechtsanfall oder Maurer.

00:04:05: Ein Teil in mir ist das.

00:04:09: Was lernt der Mann über sich selber?

00:04:16: Ob in der Situation wirklich was über sich lernt, das wünsche ich ihm.

00:04:29: Ich wünsche ihm dass er Menschen hat die ihm darauf wie auf einer liebevollen Art und Weise hinweisen von Sonntags früh schickzisch da hat das Handy vielleicht das Dienst Handy sogar nix zu suchen Und dass dann der Frau auch landet ein Stück weit zuzuhören.

00:04:45: oder den Kindern von wieder gehst du ans Telefon Du hast doch versprochen Und ich habe dir gerade das und das erzählt, also vielleicht kann er lernen an dieser Stelle wirklich zuzuhören.

00:04:55: Nicht von ja aber wir haben AB ein wichtiges Projekt und mein Chef hat angerufen der Hundhauskatze Pferd hier mit finanziert sondern von ah okay!

00:05:08: Ich höre dich du hast dich nicht gehört gefühlt mit dem Fußball vom Tanzen zu reden.

00:05:14: Lernt die Frau im Transfer was anderes als die Kinder?

00:05:20: Oder ist es eine ähnliche?

00:05:21: Du bist nicht wichtig genug.

00:05:24: Ich glaube, dass Frau dann an der Stelle eher den Rahmen hält für die Kinder.

00:05:28: Also wenn er die Situation verlässt, dann ist sie für die kinder da.

00:05:32: So, ich sag glaub' ich schnell von meinem Denken, okay das ist jetzt einfach zu tun und das tue ich.

00:05:40: Ich hab mir den Sonntag anders vorgestellt war vielleicht sogar ein anderes Teil sogar besprochen, dass wir den sonntag Anders gestalten.

00:05:48: Und ich liefer das so.

00:05:50: Und vielleicht lernt sie von, egal wie oft ich sage es kommt irgendwie nicht an.

00:05:55: Vielleicht auch hier die Frage, wie oft will ich mir das noch handhören?

00:05:59: Eigentlich begleite ich die Kinder ja in sehr wachsendem Leben alleine.

00:06:08: Ich könnte mir vorstellen dass in deinen Begleitungen, dass das ein oder andere Mal Männern passiert.

00:06:14: Meine Frage ist Kannst du erklären kannst du uns ein bisschen eine Sicht geben.

00:06:19: Was passiert in dieser einen Sekunde?

00:06:22: Ich nehme euch mit und übrigens ihr könnt auch gerne, nachdem ihr jetzt das Video geliked habt und den Kanal abonniert hat, mal reinschreiben ob ihr die Situation kennt und wie ihr reagiert.

00:06:31: Und was in diese einen Sekunden... Das ist nämlich jetzt die Frage!

00:06:34: In dieser einen sekunde ich gucke aufs Handy der Chef und ich könnte mir vorstellen dass er mir der Kampf tuppt.

00:06:43: Was mache ich jetzt?

00:06:43: Scheiße!

00:06:45: Wegdrücken rausgehen anrufen sagen ich rufe gleich zurück.

00:06:49: Was passiert in diesem Mann emotional, in dieser Sekunde?

00:06:53: Und was für Entscheidungen trifft er.

00:06:56: Also die Entscheidung ist ja schon vorher gefallen, dass sich das Handy mit auf den Frühstück verschwunden hat.

00:07:01: Stimmt!

00:07:02: Die ist ja nicht erst dann getroffen, wenn es Handy angeht.

00:07:05: Okay, stimmt.

00:07:05: Ich hoffe, dass ich das nicht auf die Tisch bringe... also dass ich nicht diesen sonntaglichen Beispiel gemacht habe Priorisiere, hey wir kommen es am Sonntag als Familie.

00:07:21: Vielleicht ist das der einste Tag in der Woche wo wir wirklich als Familie zusammenkommen frische Brötchen gekauft beim Bäcker.

00:07:29: dass ich da einen Teil in mir auch in der Außenwelt gelassen habe gerne genommen von nicht präsent eine andere Priorisierung gesetzt habe.

00:07:41: mein Gedanke wäre eher von was hat mich dazu bewogen das Handy mit an den Tisch zu bringen?

00:07:49: Wie viel von, da bin ich wichtig und da habe ich eine Bedeutung.

00:07:52: Ich werde gebraucht.

00:07:53: ist damit am Tisch?

00:08:00: Viel!

00:08:02: Und ich kenne das auch dass für manchen Mann schwierig es, dass die Welt mit den Kindern erstmal vielleicht ein kleines Stückchen kleiner ist so Und dass das große Abenteuer nicht mehr draußen in der Welt von Reisen, was weiß ich und Sport oder Partys stattfindet sondern im Kleinen.

00:08:26: Dass es für manche einen auch wirklich Zeit braucht mich wirklich auf meine Vaterschaft einzulassen mit allem was dazugehört Mit der eigenen Sozialisation, mit dieser neue Sortierung meiner Partnerschaft mit denen das ich erkenne.

00:08:46: mein Kind ist nicht so, wie ich es dachte ohne vorher zu wissen.

00:08:51: Ich hatte Erwartungen an mein Kind.

00:08:54: das ist ja ein ganz... oder ich funktioniere erst mal.

00:08:57: nur weil wir müssten am Sonntag unsere Woche durchtaken wer wann welches kennt wie wohin wenn die älter kommen und die Großelter kommt wer wann welche Einkäufe macht und welche Versorgung kommt dass man sich da erstmal rein finden muss und dass man dann gerne weil man dann eine Ablenkung hat, ein bisschen vielleicht das Gefühl von Abenteuer erfüllen oder erleben in der Aus- und Welt sich holt.

00:09:21: Weil das ja meistens auch noch mal strukturierbarer, klarer, emotional nicht so angehaftet.

00:09:28: Das sind schon weit naheliegend und das erlebe ich immer wieder, dass vier Männer – ich will mich in meiner jungen Vaterschaft da gar nicht ausnehmen – da eine Priorisierung irgendwie falsch setzen.

00:09:44: bewusst wie unbewusst.

00:09:45: Vielleicht, weil wir es auch so gelernt haben als Mann macht man das so.

00:09:48: Mein Vater hat dazu gemacht ein Großvater bla bla bla.

00:09:53: Wie setzt sich meinem Chef gegenüber eine Grenze?

00:09:57: Oder muss ich das gar nicht und kann einfach das Handy weglegen oder irgendwas dazwischen?

00:10:02: Das kommt natürlich noch auf deine Berufung an also den beruf den du hast.

00:10:07: Eine Option könnte sein Ich habe das Handy erst am Sonntag wenn wir Frühstück haben ist gar nicht available Also es steht nicht zur Verfügung.

00:10:15: So ein anderes ist von, ich gehe nicht dran.

00:10:18: Vielleicht schreibe ich von her, ich bin mit der Familie beim Frühstück.

00:10:21: Ich melde mich in zwei Stunden also das in irgendeiner Form transparent mache und vielleicht auch meine eigene Grenzen wahrnehmen und nicht dem braven Soldat zu spielen sondern einfach mich damit transparent zu machen und auch für meine Grenzen einzustehen.

00:10:35: an dieser Stelle hier Sonntag stehe ich dafür nicht zur Verfügung je nachdem was für einen Beruf du nachgehst.

00:10:43: Manche sind ja wochentagsgebunden und manche sind nicht so an diese Wochentage gebunden.

00:10:48: Das stimmt, wobei in diesem Szenario ist glaube ich dem Mann durchaus klar dass Sonntags nicht zur Arbeitszeit gehört weil ansonsten hat der Bereitschafts- und die Geschichte beanders strukturiert.

00:11:00: das stimmt schon.

00:11:03: was lerne ich als Mann wenn ich meinem Chef sage du als Sonntagst bin ich zu verstehe nicht zur Verfügung?

00:11:21: Ein Stück weit emotionale Autonomie, weil die Kinder bleiben.

00:11:25: Die Frau bleibt wenn ich irgendwie in eine gesunde Beziehung ist.

00:11:29: Das ist das Idealbild was auch immer das für jeden bedeutet und dass Arbeit ein Teil meines Lebens ist.

00:11:41: Ich bringe mich in dem Rahmen in meine Arbeitsfeld ein wie ich das kann, wie ich es richtig halte.

00:11:45: und es gibt auch andere Dinge die in meinem Leben wichtig sind.

00:11:49: Und die haben an dieser Stelle für diesen Moment eine höhere Priorität als A, B oder C. So und gleichzeitig kann ich das ja auch transparent machen.

00:12:00: Hey Sonntag elf Uhr Breakfast time for the family.

00:12:03: Punkt!

00:12:08: Vielleicht kann es sogar sein dass sich meinem Chef damit auch sagen wir so was wie ein Spielverhalten.

00:12:15: Warum rufe ich dich eigentlich am Sonntage um elf an?

00:12:17: Ist das wirklich wichtig oder ging es um irgendein Kabelbinder, den wir am Montag noch bestellen müssen?

00:12:28: Danke.

00:12:30: Das war mein Überbrot!

00:12:31: Die Zeit ist schon wiederum und wenn ich die Frage von heute ein Stück weit erwischt habe dann nimm doch die Frage mit an Land und dann lass sie doch mal in der nächsten Woche wirken.

00:12:42: vielleicht zeigt sich da irgendwas für den Sonntag und den leckeren Kaffee.

00:12:48: Nächste Frage, nächste Episode.

00:12:50: Dann legen wir wieder los und wir freuen uns wenn du dann wieder mit ins Wasser springst und dabei bis bis dahin gute Fahrt.

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