Mann über Bord #5: Fertig werden statt spielen

Shownotes

Was passiert, wenn ein Vater mit seinem Kind spielt, aber innerlich vor allem fertig werden will?

Markus Coenen und Torsten Nassall sprechen über einen scheinbar harmlosen Moment im Kinderzimmer: Das Kind baut frei, der Vater sieht die Anleitung und spürt sofort den Impuls, einzugreifen.

Es geht um Spielen, Kontrolle, Vaterschaft und die Frage, warum Männer manchmal selbst in freien Momenten noch ein Ergebnis produzieren wollen.

In dieser Folge:

  • warum Spielen für Erwachsene schnell zur Aufgabe wird
  • was Kinder lernen, wenn Väter ständig korrigieren
  • warum der Prozess manchmal wichtiger ist als das Ergebnis
  • wie alte Leistungslogik ins Familienleben rutscht
  • was Männer über sich lernen, wenn sie nicht sofort eingreifen

Mann über Bord ist ein Podcast mit Markus Coenen und Torsten Nassall über Männer, Rollen, Beziehungen, Familie und die kleinen Momente, in denen jemand innerlich über Bord geht.

Markus Coenen: https://markus-coenen.de/

Torsten Nassall: https://torsten-nassall.de/

Mit anderen Worten ist ein Podcast über Worte, Menschen und das Leben. Markus Coenen spricht mit Marion Haupt, Carsten Banse und Torsten Nassall. Je nach Reihe gelten andere Spielregeln. Die Haltung bleibt: neugierig fragen, genau zuhören und Gedanken auch einmal stehen lassen.

Drei Reihen, ein gemeinsamer Podcast. Dialoge über Gedanken und Erkenntnisse. Und alles das, was dazwischen liegt.

Transkript anzeigen

00:00:01: Mann über Bord, eine Frage ungefähr ne Viertelstunde.

00:00:05: Heute bei mir Thorsten Lassal, Männercoach aus Berlin.

00:00:08: Er war selbst schon in genau den Kellern Ecken und Schatten, in die er heute Männer begleitet.

00:00:14: Ich bin Markus Köhnen und ich stelle hier die Fragen.

00:00:17: Thorsten hört die Frage gleich zum ersten Mal – Genau wie du!

00:00:21: Kann sein dass das Wasser zwischendurch echt kalt wird?

00:00:26: Ich bitte dich und lade dich ein trotzdem rein zu springen und zu schauen, wie lange du mit uns mitschwimmen möchtest.

00:00:31: Lein los.

00:00:32: Bis gleich!

00:00:41: Es ist Samstag Nachmittag, wir sind in einem Kinderzimmer.

00:00:45: Der Sohn ist acht Jahre alt Baut das neue Legothema auf.

00:00:53: Auf der Schachtel ist abgebildet ein Raumschiff Auf dem Teppich Ein Ding mit fünf halb Reden und nem Kran hinten dran.

00:01:02: Die Anleitung liegt irgendwo unberührt daneben.

00:01:05: Der Vater sitzt daneben Und freut sich Eigentlich.

00:01:10: Eigentlich, weil endlich mal wieder Zeit miteinander, dass sie mal wieder miteinander spielen können.

00:01:15: Aber das bei dem Vater dieses Jucken in den Fingern.

00:01:19: auf Seite zwei steht doch ganz genau wie dieses Raumschiff zusammenzubauen ist.

00:01:24: Thorsten, schön, dass du da bist.

00:01:26: Was

00:01:26: steht da in diesem Moment auf dem Spiel?

00:01:29: Bei diesen Spielen...

00:01:33: Also was mir dazu einfällt, ist, dass ich selber irgendwie kenne diese Situation des Lego.

00:01:41: Muss man da eigentlich jetzt drauf sagen, dass wir eine bezahlte Werbung haben?

00:01:45: Haben wir bezahlte Werbungen?

00:01:46: Hast du mir die voreinhalten.

00:01:49: Es ging mir darum um das Produkt dann fertig zu bauen, egal ob es jetzt sein Raumschiff ist und damit zu spielen, dass der Prozess des gemeinsamen Kreirens ist.

00:02:01: Die Anleitungen wie Lesen verstehen die Bilder, die Sprache Und das auch selber zu entwickeln, dass es mir damals irgendwie abhanden gekommen.

00:02:10: Also dieses Bewusstsein dazu hatte ich gar nicht und so erlebe ich das auch oft in anderen Kontexten wenn ich Väter dabei erlebe wie sie mit ihren Kindern spielen.

00:02:23: Das ist oft darum geht fertig zu werden und wenig um dieses.

00:02:27: hey wir stellen ein Klöpfchen auf das andere oder wir bringen Einlege mit dem Anderen zusammen.

00:02:31: oder lass uns mal ausprobieren die können Dinge denn funktionieren, so dass es etwas was ich immer wieder auch irgendwie erlebe.

00:02:41: Was das Muster dahinter ist in uns Männern, das kann ich gar nicht so genau sagen.

00:02:48: Ja aber jetzt ist das doch kein Raubschiff sondern irgendwas und das ist doch nicht richtig was das Kind erbaut.

00:02:54: da muss man noch helfen?

00:02:55: Ja bis ja.

00:02:56: meine Sicht als Vater, dass das nicht richtig ist.

00:02:57: Das Kind hat das etwas zusammengebaut was für den Moment selber für richtig hält.

00:03:01: Vielleicht war das einfach interessanter, vielleicht war auch der Moment von ich gucke auf diese Anleitung und ich verstehe es nicht.

00:03:09: Weil da ist viel Schrift und ich bin mit Schrift vielleicht ein bisschen überfordert.

00:03:12: Da sind Zahlen.

00:03:13: Vielleicht bin ich da ein bisschen overfordert, vielleicht bin ich auch ein bisschen gestresst bei meinem Vater daneben sitzt und beim letzten Mal ist aus irgendwelchen Gründen das eskaliert so.

00:03:22: aber ich habe mich dafür entschieden, ich baue halt irgendwas mit fünf Rädern und das sieht doch genauso super aus.

00:03:26: Ich hab ja noch nie einen Raumschiff gebaut, weil es euch ein bisschen wie ein Raumschiffsaufliegt.

00:03:30: Das ist mein Raumschiffe und wenn meine kindliche Fantasie aus diesen fünf Rädern und drei Kacheln ein Raum schiff ist, verko-often!

00:03:38: Dann ist das ein fantastisches Raumschifff.

00:03:40: Weil ich als Mann, als Vater da ein anderes Raumschief sehe, verco-oftern ist das auch ein Raum Schiff.

00:03:45: Es sind beides ja Raumschippe.

00:03:48: Thorsten was lernt das Kind?

00:03:50: Wenn der Vater jetzt aber sagt Seite zwölf wir setzen jetzt genau diesen Bauplan um.

00:04:05: Was es genau lernt, das wissen wir nicht.

00:04:06: Das sind alles Annahmen.

00:04:08: Was ich sagen kann ist dass wir ein Stück weit die Verbindung verloren haben als wir bauen etwas zusammen.

00:04:19: also wir haben beide einen gemeinsamen Startpunkt.

00:04:21: Wir wollen jetzt das Lego-Holmschiff bauen vielleicht was zum Geburtstag geschenken Weihnachtsgeschenk oder von der Oma irgendwas und wir wollen eine gemeinsames Erlebnis kreieren Wenn ich als Vater einhergehe und sage, mach das so und so.

00:04:37: Und das auf Seite zwölf ist so, dann kann es sein dass die Verbindung nicht da ist und dass wir dann eher in so eine tendenzielle entweder des Kindes ordnet sich unter weil meine Stimme vielleicht laut ist oder ich irgendwie so eine aggressive Haltung habe Dass das Kind an ihr eingeschüchtert ist Oder es kann halt sein, dass wir in einer Streit-Situation kommen Weil ich mein Kind kontrollieren will, weil ich meinem Kind anschaffen will was es denn rechtlich zu machen hat.

00:05:01: So und dann statt aus einem gemeinsamen Samstag Nachmittag wird ein gemeinsam verschrittener Samstag-Nachmittag, der sich dann vielleicht bis in den Abend reinzieht und nicht ein gemeinsames Erlebnis ist.

00:05:15: Und dass dann dieses Raumschiff eher auch mit diesem falsch zusammengebauten Behaftet ist.

00:05:27: Gibt es eine Möglichkeit?

00:05:29: Vielleicht kannst du aus deiner Begleitung sagen wie bereite ich mich im besten Sinne auf Spiel.

00:05:36: Und das hast du ja eben schon mal kurz adressiert mit meinem Kind vor, also mit welchen Gedanken kann ich in das Spiel reingehen?

00:05:44: und welche Gedanken?

00:05:46: Und dass vielleicht sogar wichtiger ist, sollte ich mal loslassen und nicht damit reingehend.

00:05:50: Das Fertige...

00:05:54: Ja!

00:05:56: Wir sitzen ja schon ein beide beieinander dieses Wort Loslasten.

00:05:59: bevor ich etwas loslasse muss sich erst einmal wissen, dass ich an etwas festhalte.

00:06:04: Lass mich reinspringen.

00:06:05: An was hält der Vater fest in dem Moment?

00:06:07: An den richtigen, an dem ich weiß besser wie es geht oder ich muss meinem Grund etwas zeigen.

00:06:11: oder woran hält er fest?

00:06:17: Ich gehe mal auf die Frage zurück, was für einen Gedankengang wäre spannend.

00:06:21: oder meine Empfehlung auch aus eigener Erfahrung ist... ...ich bin dein Spielpartner!

00:06:31: Ich bin nicht der Häupling hier oder der Vater, der dir erklärt, wie was geht solange du dich fragst sondern Wenn das das fünf Räder sind und zwei Schindeln.

00:06:41: Und das ist dein Raumschiff, dann ist das dein Raum schiff?

00:06:44: Wenn du mich fragst, Papa, ist das für dich im Raumschiffs?

00:06:47: Kann ich sagen du, für mich sind es zwei Schindele und fünf Reifen also für mich ist das kein Raumschift.

00:06:52: Dann ist das ja fair!

00:06:53: Dann steht das ja beides parallel nebeneinander.

00:06:56: Also mir irgendwie ein Stück weit bewusst zu machen wenn ich zu dir auf den Teppich komme mit dir spiele Dann bin ich erst mal dein Spielpartner.

00:07:05: und wenn du mir sagst, das bauen wir so zusammen.

00:07:07: Weil das ist mein Raumschiff?

00:07:09: Okay!

00:07:10: Dann bauen wir das so zusammen.

00:07:11: und wenn es dann nicht so aussieht wie auf dieser Verpackung... Das Kind festschiff ist ein bisschen komisch.

00:07:16: Warum fährt das nicht?

00:07:17: Warum fliegt das

00:07:18: nicht?!

00:07:19: Dann können wir da weiter reingehen aber nicht von Ich schaff dir an.

00:07:22: Das muss so sein.

00:07:25: Ah geil danke dir.

00:07:26: Ich sehe gerade noch einen anderen Aspekt nämlich ich bin gar nicht sicher Ob in meiner Geschichte ist ein Übereinkunft darüber, ob man überhaupt einen Raumschiff baut oder ob man nicht irgendwas baut.

00:07:37: Das heißt auch unausgesprochen könnte ja beim Vater sein.

00:07:40: wir bauen jetzt einen Rausschiff und das Kind hat gebaut hat sich gedacht keine Ahnung ich will einfach irgendetwas bauen.

00:07:45: Ich bin einfach nur mit Papa da sitzen und fünf halb Räder zusammen basteln Die übereinkünft.

00:07:52: Und dann sind wir bei den Gedanken vorher für mich zu klären baue ich einen Raum Schiff Oder spiele ich mit meinem Kind, egal was da rauskommt oder noch etwas anderes?

00:08:06: Gibt das an mich wieder oft zu dieser Punkt wo wir eher aus der eigenen Geschichte heraushandeln.

00:08:13: Wo wir sagen, bei uns war es so und so und ich möchte jetzt richtig gut machen dass das Kind auch zufrieden ist.

00:08:20: aber damit gehe ich ja einher und sage bestimme was rechtig für die Situation ist.

00:08:28: wenn mein Kind auf Stur stellt ...einknickt und braver Soldat spielt, hat das ja was mit mir zu tun.

00:08:38: Mit meiner Haltung.

00:08:39: Ich reingehe, ah, das ist richtig!

00:08:41: Weil ich bin hier der

00:08:42: Große.".

00:08:44: Das bedeutet?

00:08:46: Um mal dieses tolle Wort Augenhöhe ins Spiel zu bringen... ...ich mag es eigentlich nicht besonders.

00:08:50: Streicher eigentlich.

00:08:51: Ich mag's nicht besonders vorherkehren.

00:08:55: Ich könnte meinen Sohn fragen, möchtest du das Raumschiff bauen oder möchteste irgendwas?

00:08:59: Also man könnte so eine Erwartungsmanagement auch für sich selber und für das Kind, dass es eine Übereinkunft gibt.

00:09:06: Was passiert in den nächsten dreieinhalb Stunden?

00:09:10: Bauen wir einen Raumschiff?

00:09:10: Willst du das bauen oder hast du da gar keinen Lust zu?

00:09:14: Oder überfordere ich das Kind dann schon wieder?

00:09:16: Einfach das Angebot machen!

00:09:18: Wir können jetzt das Paket auspacken, da ist das Raumschiff drin.

00:09:22: Vielleicht sind da wie drei, fünf, sieben einzelne Teile drin.

00:09:26: Ich hatte das große Raumschiffe ja noch kleine Raumschiffe.

00:09:28: vielleicht müssen ja Figuren zusammengesetzt werden, dass so step by step zu gehen und nicht von a ja Problem Projekt von Seite eins bis zwölf alles durch deklarieren und dann noch sortieren.

00:09:40: Und du hörst wenn ich das so deklaraere Das sind Dinge die mir an dieser Stelle auch passiert sind Ich dann auch hören durfte, konnte, musste von... Jetzt sind wir aber schon fertig.

00:09:53: Das ist ja doof!

00:09:55: Also dass dieses gemeinsame Bauerlebnis dieses kreieren und dieses auch mal scheitern, ach so das passt da gar nicht zusammen.

00:10:03: oder Leichtigkeit von Sohn Rat auf so eine Straube einfach mal zu begegnen, mal Sachen auszuprobieren, dass das gar nicht irgendwie erlebbar war sondern weil es darum ging etwas anzufahren und fertig zu machen.

00:10:16: Genau

00:10:19: Übrigens, wenn du das jetzt da draußen hörst als Mann, als Frau oder als Whatever und eine andere Meinung hast, lass uns das in den Kommentaren mal wissen.

00:10:26: Wenn du sagst, ey, das ist gar nicht so dumm was dir erzählt!

00:10:29: Jetzt ist der Moment wo dieses nach oben, dieses Daumenhochding mal gekriegt werden sollte... Und was du mir gerade gesagt hast ist ich weiß gar nicht wie welchen zusammenhang ich das mal gehört habe, aber es schon lange her, wenn ein Kind einen Puzzle löst ... ein Puzzlemacht.

00:10:43: Ich glaube, das wird niemals auf die Idee kommen danach dann Sprühkleber drauf zu machen und sich das an irgendeine Wand zu hängen sondern das Ding ist... Ah geil!

00:10:49: Lass es nochmal von vorne machen, das hat Spaß gemacht.

00:10:51: Und ich glaub genau hier ist vielleicht Learning für den einen oder anderen und für mich dabei, oder?

00:11:00: So du begleitest Männer und ähm... Die Frage die sich vielleicht stellt ist woher kennst du dieses System was du gerade mit deinem Kind gemacht hast aus deinem Leben?

00:11:11: wo zeigt sich dass?

00:11:13: als Problem?

00:11:14: vielleicht in der Beziehung im Beruf, hast du eine Idee oder hast du aus deiner Begleitung irgendetwas wo du sagst ja dieses Motiv führt zu folgendem.

00:11:27: Spannenderweise hatte ich das gerade heute morgen dass ein Mann mir erzählt hat wenn nicht alle Chefs die ich im Laufe meines Berufslebens hatte der ist jetzt Mitte vierzig hinstelle neben, nebeneinander stelle und dann meinen Vater daneben stelle.

00:11:42: Dann kann ich auch heute noch sehen dass sich immer wieder Dinge besonders gut und angestrengt machen möchte weil ich vom Papa gelobt gesehen gewerztes werden möchte.

00:11:52: Und das kann eine der sehr folgen schrägschlich Konsequenzen sein wenn ich nicht die Erfahrung machen konnte mit meinem vater wirklich über meinem elternteil Dinge erfahrbar zu machen erlebbar zu.

00:12:06: Ich muss sagen, hey von nicht dieses her hier das ist falsch zusammengebaut.

00:12:12: Das könnte man auch anders zusammenschicken.

00:12:14: also sowas könnte einfach eine der Konsequenzen sein.

00:12:16: ich muss mich besonders anstrengend ich muss besonders produktiv sein und dass wiederholt sich gerne unterbewusst im Leben.

00:12:26: einer dieser Schiffelpunkte kann gerne sein der Sonnstag Nachmittag vielleicht im Herbst beim Lego Raumschiff zusammenbauen.

00:12:36: Danke dir Das war Manuel Boat.

00:12:40: Unsere Zeit ist schon wieder um und wenn dich diese Frage heute besonders erwicht hat, dann nimm sie doch mit an Land und lass die da mal wirken und lasst dich wissen, lass uns wissen was das mit dir zu tun hat.

00:12:52: Nächste Folge?

00:12:53: Dann nächste Frage!

00:12:54: Wir legen dann wieder ab.

00:12:55: Du springst vielleicht wieder mit rein und bis dahin wünsche ich dir, wünschen wir dir eine gute Fahrt.

00:13:00: Tschüss.

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